KI: Das Moore'sche Gesetz ist Geschichte
- Marc Borgers

- 12. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Sept. 2025

Die Generation unserer Kinder wird 120 bis 150 Jahre alt.Wir, die Menschheit, wir werden in den nächsten 10-20 Jahren die größten Menschheitsprobleme lösen. Also lösen heißt haken dran.Haben Sie in Ihrem Zukunftsbild, dass das womit Sie täglich umgehen, diese ganzen Devices da, das die alle 6 Wochen ihre Kapazität verdoppeln?
Ist Ihre Fünfjahresstrategie nur eine Fortschreibung des letzten Jahres? Wenn ja, könnten Sie sich in einer gefährlichen strategischen Lücke befinden – dem "Reality Gap". So nennt es der Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky in einem aufrüttelnden Vortrag über die Arbeitswelt von morgen. Seine Kernthese: Während viele Unternehmen noch in linearen Bahnen denken, explodiert die technologische Entwicklung exponentiell.
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Vortrag auf der VIER Unlimited Communication 2025 von Sven Gábor Jánszky, Chairman & Geschäftsführer bei 2b AHEAD:
🔗 https://www.youtube.com/watch?v=XfWCJ9FrfAADie Lücke zwischen unserer Wahrnehmung und der Realität des technologischen Fortschritts wird zur größten Herausforderung für Führungskräfte. Doch was bedeutet das konkret? Vier Thesen aus dem Vortrag, die jede Führungskraft jetzt auf dem Radar haben sollte:
1. Das Moore'sche Gesetz ist Geschichte – Willkommen im Zeitalter exponentieller Beschleunigung.
Wir haben uns daran gewöhnt, dass sich Rechenleistung alle zwei Jahre verdoppelt. Laut Janszky sind wir bereits in einer neuen Ära: Die Kapazität verdoppelt sich heute in wenigen Monaten. Mit dem Aufkommen von Quantencomputern um 2028 könnte dieser Zyklus auf Wochen schrumpfen.
➡️ Für Ihr Business bedeutet das: Produktentwicklungszyklen, Datenauswertung und Automatisierungspotenziale werden sich dramatisch verkürzen. Geschäftsmodelle, die heute profitabel sind, können in 36 Monaten obsolet sein.
2. Die Ära der "Predictive Economy" hat begonnen.
Dank KI und massiver Datenanalyse wird es möglich, Kundenbedürfnisse vorherzusagen, bevor sie entstehen. Amazon experimentiert bereits mit "Anticipatory Shipping" – Lieferung, bevor bestellt wird. Dieser Trend wird sich auf alle Branchen ausweiten, von der Produktion (predictive maintenance) bis zum personalisierten Marketing.
➡️ Für Ihr Business bedeutet das: Effizienz wird neu definiert. Statt reaktiv auf den Markt zu reagieren, müssen Unternehmen proaktive, datengestützte Systeme aufbauen. Wer die Bedürfnisse seiner Kunden am besten vorhersieht, gewinnt.
3. Strategieplanung braucht einen Neustart: Von "Forecasting" zu "Backcasting".
Traditionelle Strategien basieren auf "Forecasting": Man analysiert die Gegenwart und schreibt sie in die Zukunft fort. In einer exponentiellen Welt führt das unweigerlich zu kurzsichtigen Entscheidungen. Die Lösung ist "Backcasting":
Schritt 1: Definieren Sie eine kühne Vision, wie Ihre Branche in 5-10 Jahren aussehen wird.
Schritt 2: Planen Sie von dieser Zukunft aus rückwärts die Schritte, die heute notwendig sind, um dorthin zu gelangen.
➡️ Für Ihr Business bedeutet das: Es geht nicht mehr darum, sich inkrementell zu verbessern, sondern darum, sich für eine völlig neue Zukunft zu positionieren. Dies erfordert Mut, Vorstellungskraft und die Bereitschaft, Bestehendes radikal infrage zu stellen.
4. Die Zukunft wird von KI-Agenten und humanoiden Robotern gestaltet.
Ab 2026, so die Prognose, werden humanoide Roboter massenhaft in Logistik, Pflege und Haushalten Einzug halten und ganze Wertschöpfungsketten verändern. Parallel dazu werden spezialisierte KI-Agenten komplexe Aufgaben für uns erledigen – von der Reisebuchung bis zur Vertragsverhandlung.
➡️ Für Ihr Business bedeutet das: Die Automatisierung erreicht eine neue Stufe. Der Fokus menschlicher Arbeit wird sich noch stärker auf Kreativität, strategisches Denken und Empathie verlagern. Wir müssen heute die Kompetenzen für die Zusammenarbeit mit intelligenten Maschinen aufbauen.
Fazit: Schließen Sie Ihre Realitätslücke.
Die Zukunft, die Janszky beschreibt, mag ambitioniert klingen. Doch die Richtung ist klar. Als Führungskräfte ist es unsere Verantwortung, unsere Unternehmen auf diese exponentielle Zukunft vorzubereiten. Es reicht nicht mehr, den Wandel zu verwalten – wir müssen ihn aktiv gestalten.
️️️🎞️ Leonard Martin Schmedding hat ein Interview mit Sven Gábor Jánszky geführt, in dem er einige der im Vortrag genannten Thesen weiter vertieft:
🔘 "Wir gehen selbstverständlich davon aus, dass wir weit mehr von diesen AI Agents haben werden, als es Menschen gibt."
🔘 "Schau dir an, was kostet ein Lagerarbeiter im Jahr und dann vergleichst du das mit einem Roboter, der irgendwas zwischen 10 und 30.000 US-Dollar kostet."
🔘 "Die Wertschöpfung wird nicht mehr durch Lohnarbeit erzeugt. Wenn diese Lohnarbeit weniger wird, was tun wir mit der vielen Zeit?"
🔘 "Das sich selber abhalten davon, KI einzusetzen durch irgendwelche Datenschutz oder was auch immer Begründungen führt schlicht zum Verschwinden aus dem Markt, das ist einfach keine Option."
🔘 "Ich will wirklich da Wertschöpfung machen. Ja, dann kannst du es nicht in Europa machen, dann musst du einfach als Unternehmer aus Europa rausgehen."
🔗 https://www.youtube.com/watch?v=89HuAJFKGuI
